(männliche Sterilisation)
Die Vasektomie (Vasoresektion) bezeichnet den chirurgischen Eingriff zur dauerhaften Sterilisation des Mannes. Bei diesem Verfahren werden die Samenleiter, die den Transport der Samenzellen vom Hoden in die Harnröhre ermöglichen, durchtrennt und blockiert. Diese Methode gilt als sehr zuverlässig und stellt eine weniger belastende Alternative zur Sterilisation der Frau dar, da der Eingriff beim Mann weniger invasiv und komplikationsarm ist.
Präoperative Überlegungen:
Bevor Sie sich für die Durchführung einer Vasektomie entscheiden, sollten Sie sich sicher sein, dass kein weiterer Kinderwunsch besteht. Eine Vasektomie gilt als grundsätzlich nicht reversibel, und eine erneute Zeugungsfähigkeit kann nur in einem begrenzten Zeitraum und unter Umständen durch eine aufwändige und teure Operation (Vaso-Vasostomie) wiederhergestellt werden. Die Erfolgsaussichten einer solchen Rückoperation nehmen mit der Zeit deutlich ab. Zudem sollten Sie sich bewusst sein, dass Partnerschaften sich im Leben ändern können, und eine neue Partnerin eventuell doch noch einen Kinderwunsch hegen könnte. Es ist daher wichtig, diesen Eingriff als endgültig anzusehen, um spätere Enttäuschungen zu vermeiden.
Ablauf der Vasektomie:
Präoperativ ist ein Gespräch (inkl. einer urologischen Untersuchung und chirurgischen Aufklärung) erforderlich, welches in meiner Ordination durchgeführt wird. Die Vasektomie wird in der Regel als ambulante Operation unter örtlicher Betäubung (Lokalanästhesie) im Eingriffsraum der Ordination durchgeführt, sodass Sie noch am selben Tag wieder nach Hause gehen können. Der chirurgische Zugang erfolgt durch einen kleinen Schnitt im Hodensack oberhalb des Hodens, um den Samenleiter zu erreichen. Die Enden des Samenleiters werden anschließend verödet und abgebunden.
Nach der Vasektomie:
Wundschmerz kann nach dem Nachlassen der örtlichen Betäubung auftreten, dieser kann jedoch mit leichten Schmerzmitteln behandelt werden. Die verwendete Hautnaht löst sich von selbst auf. Eine Wundkontrolle ist in der Regel nicht notwendig. Nach jeweils 12 und 16 Wochen wird das Ejakulat mikroskopisch auf Spermien untersucht. Nach zweifacher negativer Probe ist die Behandlung abgeschlossen.
Wichtige Hinweise zur Fruchtbarkeit:
Nach der Vasektomie sind Sie nicht sofort unfruchtbar. Es dauert in der Regel bis zu 8 Wochen, bis keine Spermien mehr im Ejakulat nachweisbar sind. Ein Spermiogramm (mikroskopische Untersuchung des Ejakulats) ist notwendig, um zu bestätigen, dass keine Fruchtbarkeit mehr besteht. Während dieser Übergangszeit müssen weiterhin Verhütungsmethoden angewendet werden.
Komplikationen:
Obwohl die Vasektomie eine risikoarme Operation ist, können in sehr seltenen Fällen Komplikationen auftreten. Dazu gehören Blutungen, die sich als größere Blutergüsse im Hodensack äußern oder Wundinfektionen. Auch eine sehr seltene Störung der Durchblutung, die zu einer Schrumpfung oder zum Absterben eines Hodens führen kann, ist möglich. Das sogenannte Postvasektomiesyndrom, das zu ziehenden Schmerzen im Bereich der Nebenhoden führt, tritt in sehr wenigen Fällen auf und kann in der Regel ohne operative Eingriffe behandelt werden. In extrem seltenen Fällen kann es vorkommen, dass sich die Enden der Samenleiter wieder verbinden, was zu einer erneuten Zeugungsfähigkeit führen könnte. Das Risiko hierfür ist jedoch äußerst gering.